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Jon Lord & The Gemini Orchestra
Europe 2005

Herkulessaal, München, Germany - February 6, 2005
Just arrived home in Austria from the concert in Munich. It was a wonderful evening and I'm extremely glad to have been part of it!
Your music, Mr Lord, always touches very deeply my soul and heart. The way you talked to the audience is so nice and kindly.
THANK YOU, Mr Lord!
I wish you all the best and that everything works out for you as it should.
Greetings
Alexandra Pruenner

Herkulessaal, München + Theaterhaus, Stuttgart, Germany - February 6+7, 2005
Brief notes about the shows in München and Stuttgart...
- Band & Flutes: same as in St. Wendel and Köln - but Sam Brown is missing. Strings: 10 piece orchestra from Germany.
- Setlist: no Music for Miriam and Before I forget, From the Meadow sung by Sabine (who IMHO sounds better than Gillan trying Pictured Within on the Japanese Concerto Tour!) - Miller gets a solo as a set closer: Fog on the Highway form Celtic Moon. But contrary to Sam he doesn't do it solo at all! ;-) The shows even have a solo for the male violin player... About 65 minutes before and 75 minutes after the break.
- Arrangements: a lot more Hammond Organ (as intro or solo), Here comes the Sun is almost a complete song now, lots of small changes.
- Stories told: in München Jon naturally had a lot of München based stories to tell (Windows was recorded there, he lived there for a while, Oktoberfest...) - and Miller Anderson talked, too! In Stuttgart the stories were more general except for the fact that the orchestra is from there. Miller made some comments about the fact that the people from the area (=Schwaben) have something in common with the Scottish (he is from Scotland) - being tight (Scottish promounciation. tait;-) Which is not true at all - he thinks. ;-) All in all the stories were completely different from St. Wendel and Köln - if not Jon mentioned it!
- Interactivity with the audience: in München somebody asked (or shouted) about the Windows DVD. Jon's reaction: "If you find it - tell me!" In Stuttgart somebody had placed an old picture (probably 70ies) on the floor next to Jons microphone during the break. His reaction: that's the bad thing about having been successful - you always get reminded of the times when you were thin enough to run around in the shower to get wet!
- DP songs: a German Magazin (Hamburger Abendblatt) just published an interview in which he says that they are working on April and Wasted Sunsets (Why that? Jon didn't write it...) - but no sign of that by now. And nobody shouting for DP this times!
Catrin Wiegand

Stadthalle, Aschaffenburg, Germany - February 8, 2005

Er heißt nicht nur Lord, er trat auch als solcher auf.
Der Keyboarder Jon Lord schritt im schwarzen Frack auf die Bühne der Stadthalle in Aschaffenburg und setzte sich würdevoll als gestenreicher Orchesterleiter an den Konzertflügel. Nach seinem endgültigen Ausstieg bei Deep Purple 2002 schwor die bereits seit einigen Jahren er-graute Tasten-Eminenz dem lauten Hardrock ab und widmete sich ganz den leisen Tö-nen. So sind in den letzten Jahren durch seine Liebe zur klassischen Musik und seines schon immer vorhandenen Interesses an Crossover, eine Vielzahl neuer Kompositionen entstanden, die sich in den beiden CDs Pictured Within und Beyond The Notes niederschlugen.
Die Essenz daraus und einige ältere Titel bis zurück zur Gemini Suite (1970) bot Jon Lord live mit dem Gemini Orchestra, das aus Mitgliedern der Trondheim Solists, einer achtköpfigen Band sowie hochkarätigen musikalischen Gästen, wie der Blues-Legende Miller Anderson und der Vocaleros-Sängerin Sabine van Baaren bestand.
Ganz sachte mit sparsamen Streicherklängen erhob sich im Sunrise der vielstimmige Klangkörper, um mit Andersons Bluesstimme den Titelsong Pictured Within zu intonieren. Das zunächst ausgefallene Mikophon erwies sich als kein Problem, verfügt doch Miller Anderson über eine sonorige Stimme, die auch ohne elektrische Verstärkung auskommt. Jene Textzeile über Freunde und Helden aus so manchen verloren gegangenen oder gewonnenen Lebensträumen lieferte er später acapella nach.
Das gesamte Konzert entwickelte sich zu einer dynamischen Reise durch das musikalische Spektrum Jon Lords, wobei allerdings orchestrierte Deep-Purple-Songs vergeblich gesucht wurden. Allerdings fügte der Ex-Rockstar an der guten alten Hammondorgel gewisse Riffs und bluesige Improvisationsteile den ansonsten durchwegs klassischen Kompositionen ein: De Profundis. Endlich fand Lord mit dem Japaner Peter Chiguahara auch einen hervorragenden Gitarristen, der seine Sarabande sogar live spielen konnte oder wollte – so Lords kleiner Seitenhieb auf Richie Blackmore. Anregungen aus Telemanns Tafelmusik oder Dave Brubeks Square Dance wurden zu neuen Kreationen verarbeitet, in denen vor allem Geigen, Celli und die Querflöte herausragten.
Zwischen den konzertanten Werken erwies sich Jon Lord mit kleinen Anekdoten auch als charmanter Entertainer. Ganz Gentleman veränderte sich der Blickwinkel des 63-jährigen auf das Rock-Business im Sekt, no drugs & less Rock´n´Roll. Seine musikalischen Verbeugungen zu befreundeten, inzwischen verstorbenen Musikerkol-legen, wie Tony Ashton oder Jim Capaldi gingen unter die Haut. Insbesondere das Tribute To George Harrison wirkte mit A Smile When I Shook His Hand und dem eingearbeiteten Here Comes The Sun überzeugend not in sadness, just for celebration.
Sängerin Sabine van Baaren ersetzte live gekonnt die auf den Platten zu hörenden Vokalistinnen Sam Brown bzw. Frieda von ABBA, was sie vor allem beim Blues Fog On The Highway im Duett mit Miller Anderson verdeutlichte. Da dies bei all den modernen klassischen Werken der einzig angenäherte Rocktitel blieb, wurde dieser umso begeisterter vom Publikum aufgenommen, das sich am Ende unerfüllt doch nach dem ein oder anderen Purple-Song sehnte. Doch blieb es bei einem abschließenden Anspiel von Guten Abend, gute Nacht am Solo-Piano für den Nachhauseweg.
Helmut Ölschlegel

Eine kleinere überschaubare Stadt- / Konzerthalle am Rande der Fußgängerzone. Beschaulichkeit und Ruhe prägen das Bild rund um den Veranstaltungsort. Um 18.30 Uhr ist die halb beleuchtete Halle noch geschlossen, wer unter all den plakatierten Veranstaltungshinweisen in der näheren Umgebung ein Zeichen über Jon Lord sucht - sucht vergeblich.... Etwa eine Stunde später, die Türen sind offen, die Beleuchtungskulisse wirkt festlicher, kleinere Menschentrauben bewegen sich gelassen zu dem Ort des Geschehens- vereinzelt zeigen sich hier und da ältere Vinyl-Cover in den Händen der Fans. Kartenabriss, keine Security - welcome in - familiäres Flair zwischen Garderobendamen und örtlicher Feuerwehr.
19.50 Uhr im Festsaal ich stehe fast etwas ungläubig zwischen den halb besetzten Sitzreihen und wundere mich wie viele Tickets wohl doch nicht verkauft wurden.
Die Verlegung von November auf Februar, unter der Woche, Faschingsdienstag,das kleine Aschaffenburg, geringe öffentliche Publicty -sind das Gründe?
Jon war die letzten Wochen wirklich oft im Fernsehen zu sehen, es gibt ein neues Album und eine neue DVD, es gab Aufmerksamkeit im Vorfeld durch Frieda. Zudem ist es von Frankfurt oder Würzburg über die A3 bei Gott keine Weltreise ins beschauliche Äschaburg.
Na denn um 20.05 Uhr sind es auch nicht viel mehr Personen und die Musiker betreten die Bühne. Der Meister als letzter in gediegenem schwarzen Zwirn alles wie es sein soll.
Eine Frage nach dem Zuschauerbefinden „That´s an interesting response“ und die Ankündigung ruhigere und lebendigere Stücke zu präsentieren. „The first song from my Solo Album Pictured within – Sunrise“ die Streicher erklingen das Publikum legt den Kopf tief nach hinten in die Sessel um in tiefe Klangsphären einzutauchen- Miller Andersen beginnt zu Singen doch das Mikrofon ist aus kein Ton die ganze Strophe. Jon flüstert „Miller, Miller take mine“ ein Raunen geht durch die halbleeren Zuschauerreien. Die zweite Strophe mit Jon´s Mikro funktioniert und auch das anschließende „Sarabande from Sarabande“ – ein Ohrenschmaus. Danach zeigt Jon wie sehr Profi er ist geht zu dem Stehpult von Miller und liest die ersts Strophe dem Publikum vor „indeed the words you couldn´t hear are standing here“ er hat alle Lacher auf seiner Seite und das Anfangsdisaster wird zu einem netten running gag.
De profundis platziert sich mit Hammond-intro weiter vorne in den Set und zu den Sarabande Stücken kann die Percussionmaschinerie voll aufspielen. Es folgen faszinierend charmante Ansagen eine musikalische Vielfalt die seinesgleichen sucht und 150 Minuten feinster Musikhochgenuß. Obwohl ich auf Sam Brown und Pete York insgeheim gehofft hatte wurde ich von den musikalischen Ersatzgästen keinesfalls enttäuscht.
Ob Streicher, Percussion, Gitarre, Bass oder vocals abwechslungsreich, präzise, warm, filigran oder auch bombastisch - ein musikalisches Feuerwerk.
George Harrison, Tony Ashton „he was drinking for England“ und Jim Capaldi kamen genauso zur Sprache wie die Aufnahmen von Sarabande mit ungarischen Philharmonikern.
Nach den Aufnahmen hat Jon die Musiker zum abschließenden Umtrunk eingeladen und fragte: “What do they like to drink ?“ die Antwort: Of course champagne – you sold that many records with D.P. Jon “I don´t ask what they would like to drink – I asked what they will gonna drink.“ There is a german champagne called Sekt get me that stuff I´ll take it. Was it Sekt Drugs rock´n Roll – terrible joke. Wer an diesem Abend in den Genuss der Gemini Band kam hatte wirklich alles richtig gemacht. Zudem das feine Klavierspiel und die brachialen Orgel Solis des Maestros waren einfach wieder exzellent. Die Zeit verfloss leider viel zu schnell und die Vielfalt der musikalischen Eindrücke verdaut sich am besten über die DVD Nachlese.
Das Publikum war loyal und aufmerksam. „Thank you very much for coming out of your houses on such a cold winter night“
Ein wenig zu vollmundig war die Ankündigung von Jon zu seinen Autogrammjägern „I will sign that later“ – obwohl es sich nur um etwa 20 bis 25 Getreue handelte, bevorzugte er es dennoch durch den Hinterausgang zu entweichen, nachdem er seine Begleitband vorangeschickt hatte. Sein Fahrer (zugleich merchandise Verkäufer) hatte ihn dann an anderer Stelle aufgelesen. Im Prinzip verständlich um diese Uhrzeit bei 4 Konzertabenden in Folge hat der Mann eine Menge geleistet (aber auf diese Ankündigung rät es sich dann zu verzichten)
Dietmar Petzke

Tilburg, Holland - February 10, 2005
The setting was a small club. It wasn't sold out, I guess about 850 people were there.
The concert started with the strings that entered the stage, followed by the band.
Last came Jon, greeted enthiusiastically by the crowd. he looked very well and healthy. The fact that the had travelled far from Germany to this place could have me
ant the opposite.
But Jon was very relaxed and witty. He made a lot of jokes and there was lots of interaction with the crowd.
The concert was performed in two parts with a little break in between.
The first set was as follows:
Sunrise / Pictured Within
The first song was sounding amazing already. Great vocals by Miller and a great performance by the strings.
Sarabande
One of my favourite songs from the Jon Lord catalogue. Played very well, with a solo spot for guitarist Paul shigihara. He's an amazing gitarist and played effortlessly.
After Sarabande Jon stepped to the front of the stage and welcomed us all to the show. He generally talked a lot in between songs.
De Profundis
New to this song was a short intro by Jon and Paul on organ and guitar. Sadly during this song and some other louder songs the sound wasn't that good. The flute absolutely drowned.
One From The Meadow
Not sung by Sam Brown, who isn't on this tour for some reason, but by a Dutch singer called Sabine Van Baaren. She did a terrific job and what a voice. Goosebumbs!
Pavana
This was again a song from Saranbande that had a solospot for Paul Shigihara. Fantastic song and marvelously played by Jon and Paul together.
Gigue
This was the song that I was looking forward to the most, because of the drum/percussion cadenza in the middle. Being a drummer myself this was one of the highlights of the evenig for me. Mario and Bert are really great musicians!
This was the last song of the first half. After a short break the band returned to the stage
A Smile When I Shook His Hands
Nice song, although I didn't like it that much on the album, it really came alive onstage. The Here Come The Sun part at the end was beautiful and a great tribute to George Harrison.
Cologne Again
One of my favorites of the album, but it didn't work because of the sound. This song really depends on the flutes and clarinettes, but they weren't audible at all. It was a good version overall, but it could have been better.
I'll Send You A Postcard
Another tribute to a great man, Tony Ashton. This song is much better live than on the record. Great performance by the strings. Beautiful and intense song.
Unsquared Dance
The Dave Brubeck song. Just a lot of fun on the stage and a great perfromance. Jon can play jazz pretty well.
November Calls
Another brilliant vocal performance by Miller Anderson. A lot of joking before the song by Jon and him. Fantastic voice this man has. Standing ovation after this song for him.
The Teleman Experiment
A different song without the keyed fiddle playing the intro and the song. To me it was sadly missed. So the song didn't do that much to me. But still a good performance.
After this everyone stood up and took a bow. All of them were given flowers, which was truly a surprise to all of them. Then they all left. But of course they came back for the encores.
Fog On The Highway
First up was a blues song written by Miller. He played the guitar on it and sang it together with Sabine. Just a blues song with solos by all the instrumentalists. Lots of fun on the stage. Nice surprise it was.
Bouree
Then Jon stated that he wanted us all sent home "dancing". Just a lot of noise at the end (in a positive way that is) and a great closer of the evening.
After the concert some people rushed to the stage for autograophs or a handshake, but Jon seems to have given up on that. He doesen't want to be the rock icon anymore. This suits him.
Thanks Jon for a great show.
See you next time
Merlijn Rotte

I didn't know what to expect. As a Deep Purple fan and a longtime member of the "when Jon plays the Hammond it gives me goosebumps society" (my dream is to sit backstage and to embrace a Leslie cabinet) [Hugging a Leslie hooked up to Jon's Beast can seriously damage your hearing - on a good day! ;-) Rasmus], I am more than familiar with the noisy part of Jon's music. Of the quieter parts of his music, I only know the two numbers played on the Concerto tour in 1999-2000.
The hall was seated. In front of the stage the floor was flat, to the back of the venue the seats were elevated in steps. I took a seat halfway up, besides the soundboard, with a good view on the stage. Jon's side of course. When the musicians took their positions on the stage, I asked myself "am I gonna regret my current seating position?" But no, the Hammond tempted me even more than a gorgeous blonde cello player.
Yes, to my suprise, there was The Hammond!
After the musicians, Jon entered the stage to thunderous applause.
The first number was "Pictured Within". I recognised this one! Beautifully sung by Miller Anderson. This was the kind of music I more or less expected from this evening, altough I did not know how to place "The Kitchen Department" (an enourmous amount of percussion) in this musical context.
The answer came with the second song. The whole stage turned into a joie de vivre of musical celebration. Rhythm, strings, rhythm, guitar, rhythm, piano, rhythm, bassguitar, rhythm, flutes and not to forget rhythm. A smile from ear to ear was developing on my face, I could hardly stay seated.
After this number Jon took the microphone. I always have watched interviews with Jon with great pleasure. I like his intonation, humour, facial expressions and the things he want to share with us.
This evening was no exception. (Although it was not an interview of course.) Inbetween the songs Jon created a wonderful, sometimes emotional and most of all humourous atmosphere. It was a pleasure to behold.
The whole evening was indeed a pleasure to watch and listen to. I felt surrounded by an intense, warm energy flowing from the stage. Jon's music, with the exception of the first number, was all new to me, nevertheless it touched me deeply.
I take a bow, touch my heart and thank Jon and his musicians.
Peter Severijn

Musikhalle, Hamburg, Germany - February 12, 2005
Music as a gift
It is not my intention to add repetitions to former reviews of the concerts, but to try to complete them by my own impressions.
It was really a very special moment when Jon Lord came onto stage, because you had to realize that this was reality and not an appearance on German TV like sometimes in the last months of 2004.
What impressed me was not only a very harmonious atmosphere the musicians succeded to create but also their careful cooperation and the exact way of playing and singing. Who stood on stage was obviously there not to be cheered at or to impress as a star but only to give something to their audience. In one of the songs it was as if you could touch this feeling with your hands. They used their abilities to present a gift to the people being there, and it could be felt that this music was written with love and with the intention of giving love and joy to the people hearing the records or sitting in the concerts: music as a gift. They all played and sang with great affection. The string ensemble from Stuttgart was very convincing too - because they played the songs in a way that there was hardly any difference to the Trondheim Soloists to be noticed.
Nevertheless I knew the elder titles such as „Sarabande“, „Gigue“or „Bourree“ very well since a long time, being played live they showed their enormous energy and drive.
A camera team from German TV NDR recorded some passages of the concert as a birthday present for the German actor Jan Fedder who was sitting in the audience. Jon Lord dedicated the „Telemann Experiment“ to him as a tribute to his anniversary.
Much too soon came the end of the concert with the addition of two more songs which also were honoured with great applause. Wishing „God bless you“ and with a speaking gesture to his heart Jon Lord expressed his feelings for us. As a final gift and already alone on stage he played „Guten Abend, gut’ Nacht“ by Johannes Brahms not without a hint to the address of the Musikhalle wich is situated at Johannes-Brahms-Platz.
I feel disappointed that the tour in Germany is already at its end, otherwise I’m sure that I had taken the opportunity to visit another performance.
Christoph Pistorius

Jonny, Du bist einfach der Größte!
Es war ein wunderschönes Konzert, bei dem ich ein paar Mal feuchte Augen bekam.
Zum Herzzerreißen schöne Musik, begnadete Musiker mit einer unbändigen Spielfreude und überschäumender guter Laune.
Dazu ein Jon Lord, der bestens aufgelegt und gelaunt war. Er hatte fast Züge eines Standup-Comedian.
Die Musikhalle in Hamburg hat eine tolle Akustik und eignete sich hervorragend für diesen Abend.
Jonny, vielen vielen Dank für dieses außergewöhnlich schöne Konzert!!!
Wolfgang Kraft

And The Address
November-Wetter im Februar. Es ist Orkan angekündigt und er tobte dann auch mit bis zu 140 km/h in Hamburg. An einen netten Spaziergang um die Halle war nicht zu denken, so ließ ich mich mit meiner Frau schon sehr früh im Eingangsbereich der Halle nieder und lauschte den Sturmgeräuschen, die den Soundcheck durch die geschlossenen Türen übertönten.
Die fast ausverkaufte Laeiszhalle (Musikhalle) in Hamburg ist eine ehrwürdige stuckgeschmückte Halle mit zwei Rundum-Balkonen (Rängen), einer riesigen Saalorgel (Kirchenorgel) und richtig alten plüschigen Klappsitzen (sehr bequem). Der Nachteil ist allerdings, dass die Bühne sehr hoch ist und die Sitzreihen kaum ansteigen. Ich saß in der zweiten Reihe – direkt vor dem Meister, konnte allerdings die Leute hinter dem Flügel (z. B. den Schlagzeuger) nicht sehen. Dieses Manko wurde aber durch die tolle Atmosphäre und den guten Sound wettgemacht. Lediglich wenn die Band im Mittelpunkt stand waren die Geiger und die Flöte etwas leise. Am wichtigsten war für mich natürlich Jon. Ihm konnte ich am Flügel und an der Hammond direkt auf die Finger schauen. An der Hammond stand er mit dem Rücken zum Publikum.
Zu den Ansagen kam er an den Bühnenrand und spazierte dabei meist von links nach rechts.
Viel Platz war ja auch auf der Bühne nicht mehr.
Die Halle war fast ausverkauft, obwohl am gleichen Tag auch Crosby & Nash im Hamburger CCH spielten und Ron Dyke (Ashton, Gardner & Dyke) mit vielen illustren Gästen seinen 60sten Geburtstag in Hamburg zelebrierte.

Folgende Besetzung wurde geboten:
Jon Lord – Piano, Flügel
Mario Argandona – Percussion, Hintergrundgesang
Paul Shigihara – Gitarren
Matthias Krauss – Keyboards
Bert Smaak – Drums
Urs Fuchs – Bass
Susanne Heitmann – Flöte, Klarinette
Sabine van Braaren – Gesang, Hintergrundgesang, Percussion
Miller Anderson – Gesang, Hintergrundgesang, Akustische Gitarre, Mundharmonika
sowie das kleine Stuttgarter Streichorchester „German Pop Soloists“ bestehend aus 9 jungen Damen und einem Cellisten.

Folgende Songs wurden gespielt (ich hoffe die Reihenfolge stimmt):
Sunrise / Pictured Within (Vocals: Miller Anderson)
Sarabande
One From The Meadow (Vocals: Sabine van Braaren) (Achtung Reihenfolge – erst
Meadow, dann Profundis)
De Profundis
Pavane
Gigue
<
Pause >
A Smile When I Shook His Hands / Here Comes The Sun
Cologne Again
I'll Send You A Postcard
Unsquare Dance
November Calls (Vocals: Miller Anderson)
The Telemann Experiment
Zugaben:
Fog On The Highway (Vocals: Miller Anderson & Sabine van Braaren)
Bourée
Guten Abend, Gut’ Nacht (nur Jon am Piano)

Jon war sehr gut drauf. Wesentlich lockerer als auf der DVD. Am Flügel wiegte er sich teilweise im Takt. An der Hammond kam er richtig in Fahrt und hat einige wirklich tolle Solos hingelegt. Seine Noten hat er immer von einem Instrument zum anderen gebracht! Seine Ansagen waren äußerst witzig und sympathisch. Es waren ganz andere Ansagen als in Köln (DVD) und Jon war wesentlich weniger nervös.
Und anderem hat er erzählt, dass er auf einem Ohr kaum noch etwas hören kann. Daran sei Glenn Hughes Schuld. Er hat ja als junger Mann mit Glenn Hughes zusammen gespielt und dieser hat den Funk-Bass einfach zu funkig „geslapped“. (Seine Schwerhörigkeit liegt also nicht am Hardrock, sondern am Funk…).
Irgendwann hat er gefragt, ob „Jan Fedder“, der Hamburger Schauspieler, anwesend sei. Nach dem von hinten ein kräftiges Hamburger „Joo“ zu hören war, bemerkte Jon, dass er „The Telemann Experiment“ extra für ihn als nachträgliches Geburtstagsgeschenk spielt.
Ehrlich gesagt, habe ich nach einem Zeitungsartikel in der Hamburger Morgenpost auf „April“ gehofft, da dieser Song an dem Abend sicherlich richtig gut ‚ ’rübergekommen wäre. Millers Stimme hätte dazu super gepasst.
Weiterhin spielte Jon öfters auf sein Alter an: So hat er „Sarabande“ 1975 eingespielt, als er 5 Jahre alt war. Ausführlich hat er vor „De Profundis“ über die Emotionen beim Weggang von Deep Purple berichtet. Er meint, dass DP wohl spielen so lange spielen werden, solange sie gehen können: Dann hat er einen alten Mann mit Krückstock gespielt, schlurfte über die Bühne und krächzte „Smoke On the Water“… … Göttlich!
Schließlich meinte er aber verschmitzt, dass dieses keine Comedy-Show sei, sondern ein Music Event!
Miller hat darauf hingewiesen, dass Bert Smaak just am Konzerttag Geburtstag hatte und Jon spielte „Happy Birthday“ auf dem Klavier. Darauf gab es dann noch ein dreifaches „Hipp Hipp Hooray“ für Smaak.
Alle Scherze kann ich hier leider nicht wiedergeben…
Miller Anderson hat mir sehr gut gefallen. Ich habe ihn ja schon oft mit Pete York und Colin Hodgkinson etc. gesehen. Auch schon mit Jon Lord und Tony Ashton beim Rock And Blues Circus vor Jahren. Eigentlich ein begnadeter Bluesgitarrist, aber auch ein toller Sänger. Beim Einstimmen von „Pictured Within“ läuft mir immer ein Schauer den Rücken herunter, so auch dieses Mal. „Fog On The Highway“ ist ein Solo-Song von seiner empfehlenswerten CD „Celtic Moon“. Die Geigen spielten hier nicht mit, aber jeder (auch Jon an der Hammond) hatte sein Solo. Sabine durfte eine Strophe singen, was Ihr viel besser stand als „One For The Meadow“. Miller spielte hier akustische Gitarre und Mundharmonika, das Gitarrensolo überließ er Paul.
Sabine van Braren sang bei „Fog On The Highway“ super. „One For The Meadow“ sang sie allerdings etwas schwächer als Sam Brown, vor allen Dingen in den Höhen. Wobei es auch nicht unbedingt der richtige Song für Sam ist – beiden stehen härtere Songs wesentlich besser.
Paul Shigihara spielte noch viel besser als in Köln, die Nervosität und Vorsichtigkeit ist der Improvisation gewichen. Wirklich super.
Mario und Bert haben einfach nur geglänzt. Bert ist ein würdiger Ersatz für Pete York mit einem sehr eigenen, treibenden Stil.
Das kleine Streichorchester, bestehend aus neun jungen Frauen und einem Cellisten, hat toll gespielt. Die Spielfreude war den Musikerinnen anzusehen. Es wurde viel gelächelt. Bei Bourée spielten sie teilweise im Stehen. Nur der Cellist hat optisch sehr gelangweilt ausgesehen – es war anscheinend nicht seine Musik. Vor allen Dingen die erste Geigerin und die Cellistin (Konzertmeisterin?) brillierten und haben um die Wette gelacht! Obwohl das Orchester nur halb so groß war wie in Köln, wirkte die Musik keineswegs leer. Im Gegenteil die „Sarabande“ Stücke waren viel härter und treibender gespielt als auf der DVD – einfach bombastisch, teilweise sogar furios!
Zu einigen Songs:
„De Profundis“ war schon wegen dem Intro interessant. Denn er hat den Anfang von „And The Adress“ (Wirklich!!!!) auf der Hammond gespielt! Genau wie auf der „Shades“ – irre! …und absolut passend!
„Unsquare Dance“ von Dave Brubeck, das man ja schon von der Köln DVD kennt, überzeugte im 7/4-Takt durch gelungene Soloeinlagen.
„Pavane“ (der „Sarabande“ Song, nicht der ”Before I Forget” bonus track) bot starke Improvisationen von Jon an der Hammond und Paul Shigihara, während in „Gigue” Bert Smaak und Mario Argandona ihre Soloparts hatten.
„A Smile When I Shook His Hand“ wurde nicht nur George Harrison, sondern auch dem kürzlich verstorbenen “Traffic- Drummer“ Jim Capaldi” gewidmet. Beides waren enge Freunde von Jon. Jon erzählte, wie er George Harrison bei den Aufnahmesessions zu „First Of The Big Bands“ kennengelernt hat. Am Ende des Songs wurde wie auch auf der DVD „Here Comes The Sun“ gespielt.
„Cologne Again“ hätte nach Jons Aussagen auch gerne „Hamburg Again“ heißen können, weil er hier so gern spielt. In der Musikhalle hätte er wohl schon in der Anfangszeit von Deep Purple gespielt und erinnert sich gut daran?!?
Bei den Ansagen zu „I’ll Send You A Postcard“ erinnerte er an seinen Freund Tony Ashton und imitierte ihn auch teilweise. Hier hat er einiges vom Stapel gelassen, das ich aber nicht ganz verstanden habe… Aber es ging um Bier und Kölsch.
„The Telemann Experiment“ war hier ohne Schlüsselharfe gespielt. Deren Part übernahmen Paul Shigihara und die Flötistin – daher eine völlig andere Version – jetzt hätte der Song eigentlich auf die „Sarabande“ gepasst! Mir hat es gefallen!
„Bourée“ war ähnlich gespielt wie in Köln, etwas kürzer als auf der LP – ohne Gitarren- und Keyboardsolo, dafür mit Hochgeschwindigkeits-Schluss, bei dem die Geigerinnen im Stehen spielten. Das Original gefällt mir zwar besser, aber auch diese Version hat seine Reize. Sie ist eben völlig anders. Jon rätselt übrigens heute noch, warum es in Siebzigern und Achziger Jahren des letzten Jahrhunderts „der“ Party-Dance-Song gewesen ist, er ist aber auch sehr stolz darauf.
Ganz zum Schluss kam Jon noch einmal auf die Bühne und stimmte am Flügel „Guten Abend, gut’ Nacht“ an. Ein schöner Ausklang für einen gelungenen Abend.
Das Konzert war rundum gelungen – ein tolles Erlebnis. Etwas hat mir Sam Brown gefehlt, obwohl Sabine wirklich gut gesungen hat. Frida hingegen fehlte mir nicht. Auch empfinde ich „The Sun Will Shine Again“ als einen schwächeren Song.
Das Konzert war insgesamt härter und bombastischer als auf der DVD. Etwas schade fand ich, dass nach der Pause gleich mehrere ruhige Stücke kamen, da hätte ich mir doch ein flottes Stück dazwischen gewünscht.
Einige Wünsche hätte ich jedoch für spätere Konzerte: „April“, „Anthem“, „Caprice“, „Say It’s Allright“ von Sam gesungen und „Where Are You“ von Miller! Überhaupt fehlte mir etwas von der „Before I Forget“. Wie sagte Jon doch in St. Wendel? Das unbekannteste Album aller Zeiten – zu unrecht!
Karl-Heinz Baier

RBB Sendesaal, Berlin, Germany - February 13, 2005
JON LORD, MASTER OF ECLECTISM
When I learned of Jon Lord's show in Berlin, I bought a ticket right away. I was very curious what he'd been composing after having left Deep Purple. I knew he'd got a huge talent for mixing classical music with various musical styles.
I wasn't disappointed, and what's more, I was surprised. I ex
pected him to mix some symphony with rock, and meanwhile I heard much more: jazz, African music, Middle Eastern music... Jon Lord is extraordinary indeed! Except his newest "Beyond the Notes" works, I could also hear a lot of pieces of the "Sarabande" record which I like very much.
"I'll Send You a Postcard", written in honour of Tony Ashton, was the only symphonic (in total) work at that concert. It was so beautiful and relaxing that I almost fell asleep:). But I liked "Unsquare Dance" and "Gigue" the most. I'm fond of the 7/4 rhythm. Jon Lord played piano brilliantly, but when he started to play his Hammond organ during "Gigue", I wanted to spring out of my chair and start to dance!
There were some slow songs as well. Sabine van Baaren and Miller Anderson sang beautifully; I liked them although in general, it isn't my music. I only missed Anni-Frid Lyngstad a little...
The Gemini Orchestra are very nice people. Urs Fuchs, the bassist, entered the auditorium during the break and signed our records sleeves. It was only a pity that Jon Lord couldn't do it. He must have been tired... but on the stage, he had a big sense of humour, as usual.
There was only one thing I disliked: the light. It was dim, faint, so I couldn't see anything, also because of those black suits of the musicians. To all intents and purposes, only Mr Lord's barb and hair-do, and Mr Fuchs' bass and glasses were visible... Well, also Mr Shigihara's guitars:))). But the performance was awesome, especially the guitar play during the "Gigue" piece.
One way or another, the whole concert was a big surprise to me and exceeded my expectations. Now I sometimes listen to the "Beyond the Notes" DVD ( a show very similar to the Berlin one) and I wish Jon Lord to record his next CD with his Gemini Orchestra. Many thanks for a great concert, Mr Lord!
Joanna Ostrowiecka

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